Hauptbahnhof Berlin

Das 9-Euro-Ticket

Was, wer, wann, wo, wie: Neun wichtige Infos über das 9-Euro-Ticket

Dieses Mal ist das Paket fair geschnürt. Die Bundesregierung hat ein Geschenk für alle, die es annehmen möchten: Das 9-Euro-Ticket. Die günstige Fahrkarte soll die Menschen in Deutschland bei den aktuell hohen Energie- und Spritpreisen entlasten. Das 9-Euro-Ticket ist Bestandteil eines umfangreichen Energie-Entlastungs-Pakets und verspricht einiges.

Mit dem 9-Euro-Ticket umweltfreundlich quer durch Deutschland

Nicht nur Pendler sparen Fahrkosten mit dem 9-Euro-Ticket. Ausflugstouristen freuen sich jetzt schon auf das Ticket für kleines Geld. Für neun Euro in den Sommer-Monaten ist eine Deutschland-Flatrate mit Klimaschutzfaktor garantiert: Vom Juni bis Ende August können Ticket-Inhaber die Bundesrepublik quer durch, weit und breit, dennoch nur mit dem Nah- und Regionalverkehr bereisen und bewundern.

Ein positiver Nebeneffekt ist auch dabei. Jeder Fahrgast tut somit etwas für das Klima und die Luftqualität:


Der ÖPNV spart insgesamt 10,5 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Jeder mit dem ÖPNV zurückgelegte Kilometer spart im Vergleich zur Autofahrt im Durchschnitt 95 Gramm Treibhausgase und 19 Gramm Stickoxide.

Rund 10,4 Milliarden Fahrgäste nutzten 2019 den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland. Busse und Bahnen ersetzen damit jeden Tag rund 20 Millionen Autofahrten auf deutschen Straßen.

VDV, Die Verkehrsunternehmen

Die günstige Sommer-Fahrkarte gilt deutschlandweit

Ob nach Berlin, München, Petersberg im Siebengebirge oder einfach zum Spielplatz auf die andere Rheinseite in Köln. Zu Oma, Opa, Tante oder Onkel. Das Ticket bietet zweifellos eine günstige Reisemöglichkeit zu Wunschzielen und Lieblingsmenschen innerhalb Deutschland.

Das Sommer-Ticket kann sich einerseits als geschicktes Marketing-Tool für den ÖPNV sehen lassen. Denn die Fahrgastzahl stagniert seit der Pandemie. Andererseits kann der Ansturm auf Bus und Bahn die Verkehrsunternehmen so sehr überfordern, dass das Ticket deren Image eher schadet.

Ein Geschenk der Ampel

Das Geschenk der Ampel-Regierung ist womöglich ein historischer Moment ebenfalls. Es legt früher als gedacht die Weichen für etwas, wovon rund 30 Millionen – so viele Menschen nutzen Bus und Bahn täglich – hierzulande träumen: Bald kostenfrei mit öffentlichen Transportmitteln fahren können. Luxemburg hat das als erstes Land weltweit vorgemacht. Seit dem 1. März 2020 können dort Einwohner, Grenzgänger und Touristen alle Verkehrsmittel kostenfrei nutzen.

Kritik und Skepsis gegenüber dem 9-Euro-Ticket

Obwohl das Geschenk als Idee gut ankommt, kritisieren beispielsweise Kommunen und Verkehrsverbünde den Schnellschuß der Ampel-Koalition. 9 für 90. Hört sich erstmal toll an. Jedoch gibt es noch viele offene Fragen rund um das Präsent sogar zum Verkaufsbeginn am 23. Mai. So zum Beispiel gibt der Bundesrat erst am Freitag, dem 20. Mai, grünes Licht für das „9-für-90“-Ticket. Verbraucher-Informationen müssen daher kontinuierlich, je nach neuen Erkenntnissen und Entscheidungen, korrigiert und aktualisiert werden.

„9 für 90“ – nur ein schönes Etikett

Neun für neunzig. Täuscht das Etikett? Tatsächlich kostet das Sommer-Ticket jeweils 9 Euro monatlich. Damit sind 27 Euro anstatt 9 Euro für 90 Tage fällig.

Nicht nur die Verpackung ist ein Schwindel. Mit Geschenken ist es so: Wir nehmen sie gern an, aber am Ende des Tages muss sie jemand – meistens die Gemeinschaft – bezahlen. Trotz des großzügigen Zuschusses von 2,5 Milliarden Euro durch den Bund, befürchten und kritisieren Länder und Verkehrsunternehmen, dass die Finanzspritze nicht genügt. Weitere 1,5 Milliarden Euro fordern sie bis jetzt vergeblich.

Weiterhin ist es noch nicht klar, wann und wie Abonnenten die Differenz zum 9-Euro-Ticket erstattet bekommen. Darüber hinaus profitieren vor allem Großstädter vom Sommer-Ticket. Menschen aus ländlichen Regionen sind oft aufgrund eines schlechten Verkehrsverbindungsnetzes nach wie vor auf ihr Auto angewiesen. Für sie lohnt sich das vergünstigte Ticket dann kaum.

Ob und wie sich Bus-, Bahn- und Zugunternehemen auf die Herausforderungen der günstigen Sommer-Fahrkarte in so kurzer Zeit vorbereitet haben, werden wir in den kommenden drei Monaten erfahren, wenn die Züge „sehr voll“ werden, wie die Bahn dies jetzt schon ahnt.

Fluch oder Segen. Im Herbst sind wir schlauer. Heute hoffen und freuen wir uns auf einen wunderschönen Sommer und angenehme Kurztrips durch unsere (Wahl-)Heimat. Und durchaus auf einwandfrei Klima-Anlagen im ÖPNV, damit aus dem Sommer-Märchen keine Mär wird.  

Was, wer, wann, wo, wie lange: Neun wichtige Infos über das 9-Euro-Ticket:

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