Ich komme aus Bulgarien

Ich hatte eine glückliche Kindheit. Alles danach war etwas komplizierter als ich jemals gedacht habe. Aber ich war ein glückliches Kind.

Meine Kindheit, und teilweise meine Jugend, verbrachte ich in Bulgarien. Ich bin Bulgarin. Keine Ungarin, keine Türkin, Spanierin oder Italienerin. Ich komme aus Bulgarien, einem Staat des Ex-Ostblocks, dem Land von Botev, Levski, Vazov, Pelin und Talev. Seit knapp fünfzehn Jahren lebe ich im Land von Goethe, Schiller, Precht, Till Schweiger, Günther Jauch, Clueso und Angela Merkel. Seit Kurzem bin ich nun offiziell auch Deutsche. Aber zurück zu meiner Kindheit.

Glückliche Kindheit in Bulgarien

Ob ich ein glückliches Kind war: Ich bin mir sicher das Produkt einer großen Liebe zu sein, ein Wunschkind, obwohl meine Eltern sehr jung waren. Ich wuchs geschützt und geliebt von einer Großfamilie auf: Mutter, Vater, zwei Großmüttern, zwei Großvätern und einige Urgroßeltern. Irgendwie habe ich mein ganzes Leben lang eine Großmutter und einen Großvater etwas mehr lieb als die anderen. Aber das ist ja kein Verbrechen.

Schöner Geburtsort

Ich erinnere mich an vieles, was mich als Kind glücklich gemacht hat. Zum Beispiel die Butterhörnchen mit Marmelade, die mir meine Lieblingsoma nach Feierabend während der Sommerferien mitgebracht hatte. Darum haben mich alle meine Spielfreunde beneidet. Ich spielte mit ihnen Dame, Verstecken, Fangen. Wir aßen Sonnenblumenkerne vor unserer Garage bis wir Magenschmerzen davon bekamen.

Großfamilie kümmert sich um mich

In der Schule hatte ich meistens Einser. Das machte mich auch glücklich. Mein Lieblingsopa war Landwirt. Er suchte immer die besten Erdbeeren, Äpfel, Birnen, Aprikosen und Weintrauben in unserem Garten für mich, später natürlich auch für meine kleinere Schwester, aus. Mit meinem Vater habe ich mich nicht besonders gut verstanden, aber er brachte mir Schlittschuhfahren bei. Meine Mutter brachte mir Rollschuhfahren bei. Zudem kritisch, tapfer und menschlich zu sein.

Meine Mutter wußte von meinem Traum

Bevor meine junge Mutter verstorben ist, wusste sie besser als ich was mein Traum ist. Sie sprach ihn aus: Im Ausland zu studieren. Viel lieber wäre ich bei ihr in Bulgarien geblieben, aber Gott hat anders entschieden. Bevor meine Mutter starb, hat sie oft mit mir geredet: Sie hat mir Ratschläge gegeben, Wünsche geäußert, vor Gefahren gewarnt, Abbitte geleistet, um Versprechen gebeten. Manche habe ich gehalten, manche habe ich gebrochen. Aber ihren und meinen Traum habe ich verwirklicht: Meinen Uni-Abschluss habe ich in Deutschland geschafft!

Also, Träume werden wohl wahr.

Was mir besonders am Herzen liegt, ist Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, die durch den Tod eines Elternteils einen geliebten Menschen plötzlich, unerwartet sowie erwartet verlieren oder Gewalt erleiden. Für mich habe ich die AETAS Kinderstiftung entdeckt, die kleinen Seelen hilft, wenn „plötzlich alles anders ist“.

http://www.aetas-kinderstiftung.de/index.html

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